Fußball

Glosse: Die Bezirksliga Ost sieht Rot

Rekordverdächtige acht rote Karten gab es am ersten Spieltag in der Bezirksliga Ost. Foto: Anand Anders

Endlich wieder Fußball. Fast zehn Monate mussten sich Spieler, Verantwortliche und Fans gedulden, ehe auf den Dorfsportplätzen in der Region wieder der Ball rollte. Der Auftakt hatte es dann auch gleich in sich. Fast hatte es den Anschein, dass die Kicker das Versäumte aus den letzten Monaten gleich am ersten Wochenende komplett nachholen wollten. Während beispielsweise der VfR Stadt Bischofsheim (8:2-Sieg im Derby gegen die SG Unterweißenbrunn/Frankenheim in der Kreisklasse Rhön 2) oder die SG Urspringen-Sondheim/Rhön (8:3-Erfolg beim TSV Steinach in der Kreisliga Rhön) richtig Lust am Tore schießen hatten, ging es in der Bezirksliga Ost ruppiger und auch farbenfroher zu.

Redebedarf nach der langen Fußball-Pause?

Unglaubliche acht knallrote Karten verhängten die Schiedsrichter in den sieben Spielen. Setzt sich dieser Trend fort, dürfte der eine oder andere Verein in den nächsten Wochen ein ernsthaftes Personalproblem bekommen. Böse Zungen behaupten, die Akteure hätten sich die Platzverweise absichtlich abgeholt, um im Sommermonat August beruhigt in den Urlaub fahren zu können. Da unter den acht Sündern aber gleich drei Spielertrainer zu finden sind, ist diese These wohl etwas weit hergeholt.

Vielleicht war es aber auch einfach so, dass die Spieler nach der langen Fußball-Pause einfach nur Redebedarf hatten. Daniel May, Spielertrainer des FC 06 Bad Kissingen, wechselte sich beispielsweise beim Spiel in Trappstadt Mitte der zweiten Halbzeit selbst ein, um vier Minuten später nach einem Wortgefecht mit seinem Gegenspieler auch schon wieder draußen zu sein. Marcel Faulhaber vom Aufsteiger TSV Ettleben schaffte es sogar, den roten Karton zu sehen, ohne überhaupt auf dem Spielfeld zu stehen. Zuvor war bereits sein Mitspieler Tim Kehrlein vorzeitig zum Duschen geschickt worden. Er soll eine Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter begangen haben.

Denkwürdiger Einstand von Daniel Beker

Einen denkwürdigen und wohl auch kostspieligen Einstand legte Daniel Beker beim SV Rödelmaier hin. Nach seinem Wechsel vom SV Burgwallbach an den Storchsberg dauerte seine Premiere im SV-Trikot gerade einmal 45 Minuten, ehe er nach einer Tätlichkeit gegen einen Oberschwarzacher Spieler des Feldes verwiesen wurde. Die Mannschaftskasse in Rödelmaier dürfte nach dem ersten Spiel jedenfalls schon mal gut gefüllt sein. Rot gab es aber auch auf der Gegenseite. Oberschwarzachs Spielertrainer Alexander Greß musste in der Schlussphase nach einer Notbremse nämlich ebenfalls vorzeitig zum Duschen.

Gleich drei rote Karten verhängte der Schiedsrichter bei der Partie zwischen der DJK Hirschfeld und dem TSV Forst. Dort wurde es in der Schlussphase richtig hektisch. Auslöser: der aus Neustädtles stammende Spielertrainer Stefan Nöthling. Nach einem groben Foulspiel löste er eine Rudelbildung aus, in deren Folge der Referee zweimal Rot zückte. In der Nachspielzeit langte dann auch noch der Forster Luca Schmitt ordentlich zu. Es war die achte und letzte glatt rote Karte eines denkwürdigen Bezirksliga-Spieltages.