Skiroller

Der Schnellste rollert in 25 Minuten von Haselbach zum Ziel am Kreuzberg

Start frei zum Skiroller-Berglauf am Ortsausgang von Haselbach. Mit Nico Rieckhoff (rechts, Startnummer 37) läuft der spätere Sieger bereits ganz vorne. Foto: Barbara Enders

Es sei immer wieder eine tolle sportliche Herausforderung beim Haselbacher Skirollerberglauf teilzunehmen, lobten nicht wenige Teilnehmer eines der letzten Herbstevents der Region. Dieses Kompliment für eine Strecke, deren Höhenmeter einfach stimmten und deren finaler Anstieg noch einmal alles von den Sportlern und Sportlerinnen abverlangte, hörten die Veranstalter vom RWV Haselbach öfter.

Und tatsächlich passte auch alles gut zusammen. Das milde, trockene Herbstwetter spielte mit, viele Läufer starteten in kurzer Sportkleidung auf die noch laubfreie Strecke und die Anmeldungen waren hinsichtlich einiger anderer Wettkämpfe in der Umgebung zufriedenstellend, wobei letztendlich ganze 15 Sportler weniger am Start waren, als gemeldet. Aufgrund der krankheitsbedingten Absagen rollten 54 Sportlerinnen und Sportler über die kurzzeitig komplett gesperrte Kreuzbergstraße. Auch Skirollerfahrer ohne Startnummern wurden kurz nach dem Start gesichtet, die wohl die Chance nutzten, einmal auf der freien Strecke zum Kreuzberg zu laufen.

417 Höhenmeter auf 6,5 Kilometern Strecke

Wie schon in den vergangenen Jahren führte die Hauptstrecke über 6,5 Kilometer und 417 Höhenmeter zum Ziel am Bruder-Franz-Haus auf dem Kreuzberg, die verkürzte Strecke ab Höhe der Parkplätze Arnsberglift betrug drei Kilometer bei einem Höhenunterschied von 220 Metern.

Die Skiroller haben keine Bremsen, somit bewegen sich die Läufer (hier beim Warmlaufen) in einer schwankenden Bewegung, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Foto: Barbara Enders

Der aufmerksamen Beobachter konnte einige Details am Rande mitbekommen, die den wahren Sportsgeist der Läuferinnen und Läufer zeigte. Einem Teilnehmer brach kurz nach dem Start noch in Haselbach der Stock, er kehrte um, holte sich Ersatz und lief dem Hauptfeld wieder hinterher, das bereits einige Hundert Meter zurückgelegt hatte.

Ein Gersfelder Trainer reicht einen Ersatz-Stock

Einer anderen Läuferin brach eine Stockspitze ab, somit fuhr sie am Straßenrand, um sich in der Bankette mit dem stumpfen Stock abstoßen zu können. Sie war auf die lange Strecke gestartet, die am Ortsausgang in Haselbach beginnt. Als sie nach gut drei Kilometern den Startplatz für die verkürzte Strecke in Höhe des Parkplatzes Arnsberglifte passierte, reichte ihr ein dort stehender Trainer der SKG Gersfeld fair einen Ersatz-Stock zu.

Vier junge Teilnehmer haben eine respektable Leistung gezeigt. Leonie Dellit (WSV Asbach), Nele Bittorf, Lea Schwede und Konstantin Fuß (alle Rhöner WSV) hätten aufgrund ihres Alters die drei Kilometer lange Strecke laufen müssen. Sie entschieden sich für einen Start in der höheren Altersklasse und liefen die lange Strecke bis zum Bruder-Franz-Haus am Kreuzberg hinauf in respektablen Zeiten zwischen 30 und 40 Minuten.

Plausch beim Warmlaufen: Gerhard Nonn (Startnummer 75) war der älteste Teilnehmer. Foto: Barbara Enders

Der jüngste Teilnehmer zählte übrigens gerade neun Jahre und der älteste, Gerhard Nonn (TSG/WSC 07 Ruhla), war bereits 73 Jahre alt. Er hatte mit seiner Laufzeit von 36:50,1 Minuten nicht wenige deutlich jüngere Sportler hinter sich gelassen. Die Bestzeit auf der Hauptstrecke lief Nico Rieckhoff vom TSV Grebenhain mit 25:30,4 Minuten vor Peter Riedl (SC Gefrees/Team Zipps) mit 25:59,6 Minuten und Andreas Tannert (SKG Gersfeld) mit 26:53,3 Minuten.

Die Komplettsperrung der Kreuzbergstraße wurde sukzessive von unten her wieder aufgehoben und nach nicht einmal einer Stunde waren alle Läuferinnen und Läufer im Ziel.