Fußball: Regionalliga Bayern

Das Programm diktiert dem TSV Aubstadt das Ziel: verlieren ist verboten

Zuversicht oder Skepsis? Die Blicke der Aubstädter Trainer Victor Kleinhenz (von links), André Betz, Christopher Bieber und Christian Mack trügen nicht. Foto: Rudi Dümpert

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Diese Redewendung wird gern verwendet, wenn man sich nur langsam und mit kleinen Schritten dem Ziel nähert. Die Situation, in der sich der Regionalligist TSV Aubstadt vor dem Heimspiel an diesem Dienstag (Anpfiff: 18.30 Uhr) gegen die SpVgg Bayreuth sowie nach dem zweiten 0:0 im zweiten Spiel befindet, drängt sich für den Vergleich auf. Zweimal unbesiegt, zweimal ohne Gegentor, aber auch zweimal ohne Torerfolg ist für den, der sich auf die nackten Ergebnisse und den Ertrag beschränkt, nicht Fisch, nicht Fleisch.

Die TSV-Trainer Victor Kleinhenz und André Betz sehen diese zwei Auftritte gegen den Drittliga-Absteiger Unterhaching und den TSV 1860 Rosenheim differenzierter. Gewiss kommt man mit Unentschieden nicht wesentlich vom Fleck. Doch mehrere Aspekte zur Einschätzung der eigenen Leistung und Entwicklung der Mannschaft stimmen sie zuversichtlich und lassen sie den Tabellenplatz 13 nicht überbewerten.

Die TSV-Defensive hat ihre Stabilität schon nachgewiesen

"Im Gesamtpaket geht das Unentschieden in Ordnung", sagt Kleinhenz im Rückblick über das Match in Rosenheim. "Wir hatten zwar immer das Gefühl, dass was geht. Aber es kam der letzte Pass nicht an oder der Abschluss passte nicht. Und nun der nächste Kracher. Am Samstag geht’s nach Schweinfurt, nächsten Dienstag kommt Aschaffenburg. Es kommt zwar ganz viel Qualität von Bayreuth auf uns zu. Aber wir haben in den zwei Spielen und auch in der Vorbereitung gegen starke Gegner gezeigt, dass wir in der Defensive stabil sind."

Die Defensive werde auch der Eckpfeiler für dieses Spiel sein: "Wir haben aber auch mit unseren schnellen Spielern die Qualität, für Torgefahr zu sorgen. Ich denke, es ist Zeit für das erste Saisontor 21/22 und es soll gegen Bayreuth passieren. Die waren ja zuletzt schon eine Top-Regionalliga-Mannschaft und haben sich punktuell verstärkt, wollen in die Dritte Liga."

Die Ersatzspieler scharren mit den Hufen

Personell wird ein Trainer eine Defensivabteilung ohne Gegentor wohl nicht verändern, wenngleich die lange unantastbaren Innenverteidiger Benkenstein/Köttler mit den Hufen scharren. Das tun aber auch andere und das ist am Saisonanfang, wo sich das Gerüst für eine Startelf aus 26 Bewerbern heraus schält und einpendelt, normal. "Konkurrenzkampf belebt das Geschäft", heißt das Credo. Sichere Tabellenzone aber auch. Platz 13 vor den Partien gegen solche Kaliber wie Bayreuth, Schweinfurt und Aschaffenburg sagt alles über die Bedeutung dieses Spiels: verlieren verboten.

Was freilich alles andere als leicht wird. Denn mit dem Tabellenführer SpVgg Bayreuth kommt einer der Aspiranten für den Aufstieg in die dritte Profiliga des deutschen Fußballs nach Aubstadt. Der Verein und die Verantwortlichen stehen denn auch zu diesem Ziel. Es anders zu formulieren nach der Umstrukturierung vom Amateurfußball- zum Profi-Verein, einhergehend mit immensen Investitionen in den letzten Jahren, könnte man keinem Sponsor und keinem Fan der Altstädter verkaufen. Allein vor dieser Saison verstärkte man sich mit sechs weiteren Neuzugängen (Steininger, Weber, Stockinger, Chrubasik, Kirsch und Pfeil).

Die ersten drei Spiele mussten bzw. müssen die Oberfranken auswärts austragen. Wie sie damit umgingen bisher? In Rain/Lech gewannen sie 4:0, bei Greuther Fürth II sogar mit 5:0. Bemerkenswert, dass sich nach 180 Minuten bereits sieben verschiedene Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten, davon drei Neuzugänge: Ziereis, Stockinger (je 2), Kaymaz, Nollenberger, Kirsch, Danhof und Steininger (je 1).

Bayreuth gestaltete seine zwei Spiele überlegen

Noch nicht getroffen haben die beiden torgefährlichen Offensiven Ivan Knezevic und Anton Makarenko, der verletzungsbedingt noch nicht spielen konnte. Stellt man Vergleiche mit den Aubstädtern an, müssten diese vor Neid erblassen: 180 Spielminuten, zwei überlegen gestaltete Spiele, im zweiten etwas weniger Torchancen als im ersten und null Tore. Erfolgreichster Aubstädter Torschütze ist Max Schebak: mit zwei Treffern in der Kreisklasse 2.

Man war sich schon näher im direkten Vergleich, zum Beispiel bei den zwei Begegnungen im Mai/Juni 2018, als man sich in der Relegation um den Aufstieg als Bayernliga-Zweiter vom Regionalliga-Viertletzten mit 2:2 (H) und 1:1 (A) trennte und nur an der Auswärtstore-Regel scheiterte. Seitdem ist es bei beiden Vereinen aufwärts gegangen.

Aubstadt zog ein Jahr später nach und Bayreuth hat aufgerüstet, kam nicht mehr in solche Verlegenheit. Der Abstand scheint inzwischen – vor diesem Spiel – größer denn je. Aber Victor Kleinhenz, der persönlich als Trainer des TSV Aubstadt in seinem dritten Liga-Auswärtsspiel den ersten Punkt holte, brachte in der Nacht zum Sonntag nicht nur diesen aus Rosenheim mit, sondern auch seine ungebrochene Zuversicht und Vertrauen in seine Mannschaft.

Beim Heimspiel des TSV Aubstadt am Dienstag, 27. Juli, gegen die SpVgg Bayreuth besteht ab 16.30 Uhr (Turnhalle) die Möglichkeit, sich mit den Impfstoffen von Johnson & Johnson oder Biontech/Pfizer impfen zu lassen. Ein gültiger Lichtbildausweis ist nötig, idealerweise sollten Impfwillige auch ihren Impfpass mitbringen. Alle Personen, die sich in der Turnhalle impfen lassen, erhalten freien Eintritt für das Bayreuth-Spiel, schreibt der Verein in einer Mitteilung.