FUßBALL:

Coronavirus: Vorläufig Abpfiff für die Fußballer

Zunächst bis 23. März bleiben Fußballtore auch in Rhön-Grabfeld an den Haken. Der Bayerische Fußball-Verband hat den Spielbetrieb wegen des sich ausbreitenden Coronavirus vorerst eingestellt. Foto: Daniel Rathgeber

In den nächsten zehn Tagen rollt in Bayern kein Fußball. Zumindest nicht organisiert unter dem Dach des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV). Der sagte am Freitag jeglichen Spielbetrieb bei den Frauen, Männer – von den Rhöner B-Klassen bis zur Regionalliga – und Jugendlichen bis einschließlich Montag, 23. März, ab. Der Verband treffe diese Entscheidung zum „Schutz seiner Vereine und Mitglieder“ und begreift dieses Vorgehen in einer Mitteilung als eine „Vorsorgemaßnahme hinsichtlich der weiter steigenden Zahl von Corona-Infizierten und der dynamischen Lageentwicklung“. Nicht spielen werden demnach auch der Regionalligist TSV Aubstadt und der Bayernligist TSV Großbardorf, die beide an diesem Samstag Heimspiele gehabt hätten.

BFV-Präsident Koch: Zählt „allein die Gesundheit der Menschen“

„Aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile die ersten positiv getesteten Spieler und auch infizierte Personen aus dem engen Umfeld von Amateur-Mannschaften gibt und damit die Unsicherheit bei vielen Vereinsvertretern groß ist, war es der einzig richtige Schritt, den Amateurspielbetrieb jetzt komplett auszusetzen“, wird BFV-Präsident Rainer Koch zitiert. Er verweist weiterhin darauf, dass am Freitag auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder „unmissverständlich verdeutlicht hat, dass sämtliche Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern grundsätzlich abzusagen sind“ und Söder darüber hinaus abrate, „auch Zusammenkünfte mit einer Beteiligung von unter 100 Menschen durchzuführen, ist diese Entscheidung unabdingbar“, sagt Koch. „Im Vordergrund steht einzig und allein die Gesundheit der Menschen, unserer Fußballerinnen und Fußballer.“

Erste Rhön-Grabfelder Vereine stellen den Trainingsbetrieb ein

Der Verband wirbt mit Nachdruck dafür, dass seine Fußball-Vereine auch den Trainingsbetrieb sofort einstellen. „Verbieten können wir es nicht“, sagt Rainer Koch, „wir appellieren hier aber an die Vernunft der Verantwortlichen in unseren Mitgliedsvereinen, in dieser für unser Land nicht einfachen Lage alles zu tun, um gemeinsam diese Situation zum Guten zu wenden. Es wäre schwerlich nachvollziehbar, wenn Schulen und Kitas in Bayern geschlossen sind, im Verein aber das Training fortgesetzt würde.“ Für den TSV Mellrichstadt teilte Pressewart Wolfgang Taubert unverzüglich mit, dass der Vorstand beschlossen habe, „dass bis auf weiteres der gesamte Übungsbetrieb in allen Abteilungen nicht stattfindet. Dies gilt auch für die 1. JFG Rhön.“ Der SV Niederlauer schrieb im sozialen Netzwerk Facebook: Es „werden alle sportlichen Aktivitäten aller Abteilungen des SVN, sei es Wettkampf oder Training, bis auf weiteres ausgesetzt.“ Zu den Fußball-Vereinen, die den Trainingsbetrieb aussetzen, zählt auch der TSV Großbardorf. „Ab sofort ruht vorerst der komplette Trainings- und Spielbetrieb am Gallier Campus bis einschließlich 23.03.2020“, schreiben die Grabfeld-Gallier. Das gelte auch für alle Jugendteams.

Aubstadts Regionalliga-Spieler halten sich individuell fit

Regionalligist TSV Aubstadt hatte im Vorfeld der Generalabsage zweimal telefonisch Kontakt mit dem BFV: am Donnerstagmittag und am Freitagmorgen. Insofern kam die Entscheidung des Verbands, den Spielbetrieb ruhen zu lassen, für die Verantwortlichen des TSV nicht überraschend. „Auch wir stellen den Betrieb komplett ein“, sagte Vorstandsmitglied Philipp Müller, weder im Erwachsenen- noch im Jugendbereich finden bis 23. März Trainingseinheiten statt. „Die Spieler sollen sich individuell fit halten.“

Wiederaufnahme des Betriebs nach dem 23. März noch offen

Ob und wann die jetzt ausfallenden Spiele nachgeholt werden, ist noch offen. Es sei im Interesse des Verbands und der Vereine „dass Nachholtermine gefunden werden, alle Spiele der Saison 2019/20 ausgetragen werden und die Spielzeit regulär beendet wird“, heißt es auf der BFV-Homepage. Und weiter: „Stand jetzt ist es allerdings nicht möglich, eine Einschätzung abzugeben, ob und inwieweit die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Einklang mit den Empfehlungen bzw. Vorgaben der zuständigen Behörden zu bringen ist.“ Die Aussetzung bis 23. März gebe allen Beteiligten zunächst Planungssicherheit. „Gleichzeitig bleibt anders als bei einer Generalabsage auch die Möglichkeit erhalten, auf eine Lageverbesserung zu reagieren.“