LEICHTATHLETIK: RHÖN-GRABFELD-CUP

Eine große Lauf-Familie

Mit einem Sternlauf und einem anschließenden Festakt wurde das 25-jährige Bestehen des Rhön-Grabfeld-Cups gefeiert. Foto: Simona Greier

„Nicht das Gewinnen steht an erster Stelle des Rhön-Grabfeld-Cups, sondern der Spaß an der Bewegung, das Treffen mit Freunden, die Glücksgefühle während des Laufens – und danach beim geselligen Beisammensein.“ Dieses Fazit zog Sybille Martin vom Leichtathletik Leistungszentrum (LLZ) Rhön-Grabfeld, die als Moderatorin bei der Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Rhön-Grabfeld-Cups (RGC) fungierte. Damit sprach sie den anwesenden Teilnehmern aus dem Herzen, wenngleich die Organisatoren von der Resonanz ein wenig enttäuscht waren. Im Vorfeld hatte man alle am RGC beteiligten Vereine angeschrieben und um rege Teilnahme am Sternlauf gebeten.

Start mit sieben Austragungsorten

Mit einer Power-Point-Präsentation wies Martin auf die ersten Gehversuche des RGC hin. Ein noch recht kleiner Kreis von sieben Vereinen richtete die Serie unter dem Motto „Keine Macht den Drogen“ aus. Herbstadt, Mellrichstadt, Bischofsheim, Hausen, Ostheim, Salz und Brendlorenzen waren die Austragungsorte. Schon damals gab es zur Belohnung bei der Siegerehrung für die fleißigen Sportler die begehrten Shirts. Im weiteren Verlauf kamen immer wieder neue Orte dazu oder fielen weg, auch aus benachbarten Landkreisen. Sybille Martin erinnerte sich schmunzelnd an die Abschlussfeiern in einer Bad Neustädter Diskothek, „die aber am Ende für die immer mehr wachsende Läuferschar einfach viel zu klein wurde.“ Bis zu 16 Veranstaltungen sind längst im Programm enthalten, die höchste Teilnehmerzahl wurde im Jahr 2010 mit 9292 Aktiven erreicht.

Neben dem Jubiläum des RGC feierte auch das LLZ seinen 20. Geburtstag. Hier werden von Beginn an die jungen sportlichen Talente der Region gesichtet, trainiert, gefördert, und von Eberhard Helm seit mehr als zwei Jahrzehnten begleitet. Dadurch wurde den Rhöner Läufern die Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben ermöglicht. Diese holten zahlreiche Titel und Medaillen nach Rhön-Grabfeld.

„Neben dem sportlichen Erfolg ist es dem LLZ aber auch enorm wichtig, Werte wie Mut, Selbstbewusstsein, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Fairness und Höflichkeit zu vermitteln“, erklärte Martin. Ein herzlicher Dank ging vom LLZ-Organisationsteam an die Sponsoren, ohne deren Zutun viele wichtige und notwendige Anschaffungen gar nicht möglich gewesen wären. Man hofft auch für die Zukunft auf die finanzielle Unterstützung.

Ein gesunder Landkreis

Gratulation und viel Lob gab es vom stellvertretenden Landrat Peter Suckfüll: „Wir sind überaus stolz, ein solches Projekt – das schon so viele Jahre erfolgreich läuft und hunderte Rhöner Bürger aller Altersklassen bewegt hat – in unserem Landkreis zu haben.“ Schließlich zeige eine Studie, dass in Rhön-Grabfeld die Diabetesrate entgegen dem deutschlandweiten Trend gesenkt werden konnte. „Wahrscheinlich auch aufgrund dieser schon so lange bestehenden Initiative von Eberhard Helm, dem Gründer und Hauptverantwortlichen des RGC“, sagte Suckfüll. „Damit sind wir nicht nur die gesündesten, sondern auch die vielleicht glücklichsten Einwohner Deutschlands“. Der stellvertretende Landrat verwies damit auf die Aktion „Dem Diabetes davonlaufen“, an die sich mittlerweile fast alle Gemeinden des Landkreises mit ihrer „Dorfrunde“ angeschlossen haben.

Auch viele weitere Laufveranstaltungen fanden in den Reden der Laudatoren ihren Platz. Die Vereine aus Mellrichstadt, Salz, Wollbach, und Ostheim haben mit ihrer Bewerbung gut durchdachter Konzepte und deren praktischen Durchführung die begehrten „Sterne des Sports“ auf lokaler, landes- und sogar Bundesebene erhalten. Die Überreichung durch den Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin war sogar eine Berlinreise wert.

Aufgelockert wurde das Programm durch Kabarettist Wolfgang Reichmann, der sich begeistert von den vielen Aktionen und Erfolgen zeigte. Die besonders erfolgreichen Sportler wurden noch einmal auf die Bühne geholt, um selbst festzustellen, „dass doch einige Jahre seither ins Land gezogen sind“. Aber Jutta Helm brachte es auf den Punkt: „Die Zeit vergeht, aber die Freundschaften und die Erinnerungen bleiben“.