FUSSBALL BAYERNLIGA NORD

Grabfeld-Derby als Zuschauermagnet

Martin Thomann hat allen Grund zum Jubeln: Mit dem TSV Aubstadt errang er die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga Bayern und wurde obendrein noch Torschützenkönig in der Bayernliga Nord. Foto: Rudi Dümpert
Bayernliga Nord

 

1. (1.) TSV Aubstadt 34 24 4 6 83 : 27 76  
2. (2.) DJK Gebenbach 34 22 7 5 83 : 42 73  
3. (3.) Würzburger FV 34 20 6 8 67 : 39 66  
4. (4.) TSV Großbardorf 34 20 5 9 67 : 39 65  
5. (5.) SV Seligenporten 34 18 8 8 69 : 50 62  
6. (6.) SC Eltersdorf 34 15 8 11 56 : 45 53  
7. (7.) SpVgg Bayern Hof 34 14 7 13 54 : 45 49  
8. (8.) Don Bosco Bamberg 34 14 6 14 44 : 39 48  
9. (9.) FC Würzburger Kickers II 34 14 6 14 60 : 69 48  
10. (10.) TSV Abtswind 34 13 6 15 59 : 67 45  
11. (11.) SpVgg Ansbach 34 11 10 13 68 : 77 43  
12. (12.) DJK Ammerthal 34 11 6 17 51 : 52 39  
13. (13.) ATSV Erlangen 34 11 6 17 43 : 60 39  
14. (14.) FC Sand 34 10 5 19 42 : 66 35  
15. (15.) ASV Vach 34 10 3 21 45 : 76 33  
16. (16.) FSV Erlangen-Bruck 34 9 4 21 53 : 74 31  
17. (17.) SpVgg Jahn Forchheim 34 8 6 20 58 : 86 30  
18. (18.) ASV Neumarkt 34 7 7 20 35 : 84 28  

 

Die abgelaufenen Saison in der Bayernliga Nord war vom Leistungsvermögen her eine sehr zerrissen Spielklasse. Die ersten beiden Teams aus Aubstadt und Gebenbach haben sich deutlich abgesetzt. Meister wurde der TSV Aubstadt, der erstmals den Sprung in die Regionalliga Bayern geschafft hat. Vizemeister wurde die DJK Gebenbach aus der Oberpfalz, die in der ersten Runde der Relegation am Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim (0:1 und 1:1) scheiterte. In Runde zwei trafen die Gebenbacher auf den TSV Rain/Lech und mit 0:2 und 1:0 erneut das Nachsehen. Auf das Duo an der Spitze folgten vier Mannschaften mit mehr als 50 Punkten.

Vier Teams steigen ab

Ab Platz zwölf ging es mit der Blickrichtung nach unten. Der einzige Direktabsteiger ist der ASV Neumarkt, dem am Ende nur ein Sieg zum Klassenerhalt fehlte. Vier Vereine ab Platz 14 mussten in die Relegation. Dort konnte sich nur der 1. FC Sand mit zwei 5:1-Siegen gegen den Ligakonkurrenten FSV Erlangen-Bruck den Ligaverbleib sichern. Der ASV Vach stieg gegen den ASV Cham (1:8 und 2:3) genauso ab wie die SpVgg Jahn Forchheim gegen den FC Viktoria Kahl (0:4 und 4:2). Längst hat jedoch der Relegations-Modus mit Hin- und Rückspiel seinen Reiz verloren, weil die meisten Vereine im Hinspiel taktieren. Da die Würzbuger Kickers nach dem Ende der Saison kurzfristig ihre zweite Mannschaft abmeldeten, werden in der Saison 2019/20 nur 17 Teams in der Bayernliga Nord an den Start gehen.

Dominik Zehe als Dauerbrenner

In der abgelaufenen Saison gab es keinen Spieler, der in allen Spielen über die volle Distanz von 3.060 Minuten auf dem Platz stand. 15 Akteure kamen aber immerhin in allen 34 Spielen zum Einsatz. Dauerbrenner waren Oliver Gorgiev, André Biermeier, Michael Nitzbon, Niko Becker (alle Gebenbach), Cristian Dan, Sebastian Fries, Dennie Michel (alle Würzburger FV), Patrick Kroiß (Ansbach), Tom Feulner (Hof), Dominik Zehe (Großbardorf), Maximilian Göbhardt (Eltersdorf), Kevin Steinmann (Sand), Nicolas Wirsching (Abtswind), Maximilian Höhenberger (Ammerthal) und Philipp Nagengast (Forchheim). 469 Spieler wurden in dieser Saison in den 305 Spielen eingesetzt (Vorsaison 473). 536 Akteure standen auf den Spielberichtsbögen, also kamen 67 Kicker nicht zum Einsatz.

Nur zwei Trainerwechsel

21 Trainer standen 2018/19 in der Verantwortung bei den 18 Vereinen. 16 Klubs hielten bis zum letzten Pfiff an ihren Übungsleitern fest, was einen neuen Rekord für die Bayernliga Nord bedeutet. Bei der SpVgg Ansbach stand mit Marco Schülein und Duane Collins ein Duo in der Verantwortung. Bei zwei Vereinen wurde die Verantwortung in andere Hände gelegt. Den ersten Wechsel gab es nach zwölf Spielen, als beim ASV Neumarkt Chefcoach Marco Christ freigestellt wurde. Für ihn übernahm der bisherige Assistent Benedikt Thier, der den Abstieg aber auch nicht verhindern konnte. Den zweiten Wechsel auf der Kommandbrücke gab es nach 16 Spielen. Der ASV Vach vertraute nicht mehr auf die Dienste von Aufstiegstrainer Norbert Hofmann. Nachfolger wurde der bisherige Torwarttrainer Norbert Nein, mit dem das Team vom Mannhof dennoch absteigen musste.

Grabfelder Torjäger

1.037 Tore wurden erzielt, was einen Schnitt von 3,39 Treffern pro Partie bedeutet (Vorjahr 1.050, Schnitt 3,44). Das ist nach 2017/18 der zweithöchste Wert bei den erzielten Treffern. Torschützenkönig wurde Martin Thomann vom Meister TSV Aubstadt mit 24 Treffern. Ihm folgten Simon Snaschel (19, Großbardorf), Niko Becker (18, Gebenbach), Cristian Dan (18, WFV), Matej Kyndl (17, Hof), Ingo Feser (17, Aubstadt), Dominik Haller (17, Gebenbach), Marco Seifert (16, Gebenbach), Patrick Kroiß (16, Ansbach), Oliver Seybold (15, Erlangen-Bruck), Tom Jäckel (15, Forchheim), Björn Schönwiesner (15. Großbardorf), Mergim Bajrami (14, Seligenporten) und Michael Jonczy (14, Ammerthal).

Weniger Zuschauer

86.536 Zuschauer kamen in die 18 Stadien, ein Schnitt von 283 Besuchern pro Spiel. Damit kamen erheblich weniger Zuschauer, mehr als 12.000 weniger. In der vorigen Saison wurden 98.991 Zuschauer (Schnitt 325) gezählt. In der Bayernliga Süd lag der Schnitt zum Vergleich bei 267 Besuchern pro Match. Zuschauerkrösus im Norden ist Vize-Meister Gebenbach mit einem Schnitt von 538 Interessierten. Es folgen Hof (515), Würzburger FV (388), Aubstadt (388), Ammerthal (383), Ansbach (343), Großbardorf (287), Forchheim (261), Sand (243), Eltersdorf (241), Neumarkt (219), Bamberg (214), Seligenporten (212), Abtswind (207), ATSV Erlangen (181), Erlangen-Bruck (173), Vach (158) (143) und Würzburger Kickers II (131). Der beste Besuch in dieser Spielklasse wurde mit 1.450 Zuschauern im Grabfeld-Derby zwischen Aubstadt und Großbardorf gezählt. Das Oberpfälzer Derby Gebenbach gegen Ammerthal verfolgten 1.370 Interessierte, zum Rückspiel kamen 1.325 Fans. Gebenbach verzeichnete mit 1.100 Besuchern gegen den WFV ein weiteres Mal eine vierstellige Besucherzahl. Die Minuskulisse wurde bei der Partie FC Würzburger Kickers II gegen Jahn Forchheim mit nur 40 Anwesenden registriert.

Großbardorf am fairsten

60 rote Karten (Vorjahr 41) sowie 68 Mal Gelb-Rot (Vorjahr 56) gab es in der abgelaufenen Saison, was einen deutlichen Zuwachs in beiden Kategorien bedeutet. Gänzlich ohne Platzverweis kam kein Verein durch, auch nicht ohne rote Karte. Immerhin blieb des TSV Großbardorf als einziges Team ohne gelb-rote Karte. Neumarkt musste acht rote Karten hinnehmen – Rekord eingestellt. Spitze Bei Gelb-Rot ist der ASV vach (8), es folgen Forchheim und Kickers II mit je sieben sowie Erlangen-Bruck (6). Die Fairness-Wertung führt mit deutlichem Vorsprung der TSV Großbardorf mit 63 Punkten an. Auf den weiteren Plätzen folgen Aubstadt (91), Gebenbach (93), ATSV Erlangen (95), WFV (95), Eltersdorf (96), Ansbach (100), Bamberg (104), Hof (108), Seligenporten (109), Kickers II (112), Ammerthal (115), Sand (117), Abtswind (122), Erlangen-Bruck (124), Forchheim (126), Vach (127) und Schlusslicht ist mit deutlichem Rückstand der ASV Neumarkt 142 Punkten.

André Rieß sieht zweimal Rot

23 böse Buben gab es mit zwei oder mehr Platzverweisen. Zweimal Rot und einmal Gelb-Rot sahen Kai Neuerer (Seligenporten) und André Karmann (Sand). Zweimal Rot erhielten André Rieß (Großbardorf), Jan Mazanec (Vach) und Alexander Moratz (Neumarkt). Dreimal Gelb-Rot erhielt Sammy Röder vom ASV Vach. Zweimal Gelb-Rot und einmal Rot ging an Matej Kyndl (Hof), Drazen Misic (Forchheim) und Christopher Uwadia (Vach), der diesen Wert in nur zehn Einsätzen nach der Winterpause erreichte.

Sechs Tabellenführer gab es in der Saison 2018/19. Vizemeister Gebenbach stand 13 Mal ganz oben, Meister Aubstadt zwölf Mal. Es folgen der Würzbuger FV mit vier sowie Großbardorf und Bamberg mit je zwei ersten Plätzen. Einmal stand die SpVgg Ansbach ganz oben.

Dominik Zehe vom TSV Großbardorf (links) stand in allen 34 Saisonspielen auf dem Platz. Foto: Anand Anders