TISCHTENNIS: TTBL

1:3 in Mühlhausen: Bad Königshofen bilanziert im Konjunktiv

Spielte zum ersten Mal an Position 1 für den TSV Bad Königshofen: Filip Zeljko (Archivbild). Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga Männer

Post SV Mühlhausen – TSV Bad Königshofen 3:1

1. (1.) Borussia Düsseldorf 8 8 0 0 24 : 2 16 : 0
2. (2.) TTC Neu-Ulm 7 5 0 2 16 : 12 10 : 4
3. (3.) TTC Schw. Bergneustadt 7 5 0 2 15 : 12 10 : 4
4. (6.) Post SV Mühlhausen 7 4 0 3 14 : 11 8 : 6
5. (4.) ASV Grünwettersbach 7 4 0 3 15 : 14 8 : 6
6. (5.) TTF Ochsenhausen 3 3 0 0 9 : 2 6 : 0
7. (7.) 1. FC Saarbrücken 7 3 0 4 16 : 12 6 : 8
8. (8.) SV Werder Bremen 7 3 0 4 11 : 15 6 : 8
9. (10.) TTC Fulda Maberzell 6 2 0 4 8 : 16 4 : 8
10. (9.) TSV Bad Königshofen 7 2 0 5 13 : 16 4 : 10
11. (11.) TTC Zugbrücke Grenzau 6 0 0 6 4 : 18 0 : 12
12. (12.) TTC OE Bad Homburg 6 0 0 6 3 : 18 0 : 12
Die nächsten Spiele, Freitag, 19 Uhr: Ochsenhausen – Bad Königshofen, Samstag, 13.30 Uhr: Fulda Maberzell – Bad Homburg, Sonntag, 15 Uhr: Bremen – Neu-Ulm, Ochsenhausen – Grünwettersbach, Bergneustadt – Mühlhausen, Düsseldorf – Saarbrücken, Bad Königshofen – Grenzau

Post SV Mühlhausen – TSV Bad Königshofen 3:1. Das thüringisch-fränkische Duell in der Tischtennis-Bundesliga reihte sich unter allen Aspekten ein in die Serie des TSV Bad Königshofen der ebenso unglücklich wie unnötig verlorenen Spiele in dieser Saison. In der die Grabfelder nun sehr weit unten in der Tabelle stehen, wo sie normalerweise nicht hin gehören. Doch am Ende lügen Zahlen nicht.

Es blieb also dabei: Keine Glückwunschpost für die Gäste in der Post-SV-Halle am Kristanplatz auch im vierten TTBL-Jahr. Bei den Gästen spielte sich Kilian Ort zwar ein. Manager Andy Albert verriet aber: „Wenn es unbedingt hätte sein müssen, hätte er gespielt. Wir einigten uns aber, ihn für die zwei Spiele am Freitag in Ochsenhausen und am Sonntag daheim gegen Grenzau zu schonen.“

Bastian Steger noch nicht wieder in Top-Form

Im ersten Spiel trat der Österreicher Daniel Habesohn, Nummer 36 der Weltrangliste, gegen Bastian Steger an. Diesen Punkt hätte man allzu gern auf der TSV-Seite verbucht gesehen. Steger war nach den zwei Niederlagen von Düsseldorf und der Verletzung vor Neu-Ulm erst am Montag wieder ins Training eingestiegen und noch nicht wieder in der Verfassung, um den Punkte-Garanten zu geben. „Wenn wir den machen, gewinnen wir“, haderte Albert mit dem Verlauf.

Den ersten Satz holte Steger zwar mit 11:8. Doch dann nahm die Symptomatik dieses Spiels und der gesamten Begegnung ihren Lauf. Steger führte im zweiten und dritten Satz mit 10:8 bzw. 11:10 – und verlor beide, den vierten mit 9:11. Fünf Satzbälle und kein Satzgewinn. Insgesamt gingen in den drei Stunden Spielzeit elf Sätze bis 11:9, 12:10 oder 13:11. Acht davon gewannen die Gastgeber.

Filip Zeljko erstmals auf Position 1 aufgestellt

Dieser Rückstand erhöhte natürlich den Druck auf Filip Zeljko umso mehr. Zum ersten Mal aufgestellt auf Position 1, und bei einer Niederlage hieße es 0:2-Rückstand. Doch mit solchem Negativdenken beschäftigt sich der stärker gewordene Kroate anscheinend nicht mehr. An seinem 24. Geburtstag ein paar Tage zuvor hatte er gleich drei Trainingseinheiten absolviert. Die Aufstellungs-Umstellung hatte einen besonderen Grund: Weil er den Tschechen Lubomir Jancarik schon einmal geschlagen hat, wenn das auch im ersten Bundesliga-Jahr war. Der 33-jährige zweimalige Olympiateilnehmer kippte aber den ersten, sehr ausgeglichenen Satz nach 9:8-Führung für Zeljko noch und gewann mit 12:10. Gefühlte elf der zwölf Punkte verlor der junge Kroate durch leichte Fehler, nicht nur mit seiner Rückhand. Doch dann war es nur noch Zeljko selber, der mit seinem Brüller nach jedem gewonnenen Ball die Geisterstimmung in der Halle durchbrach und zum 1:1 ausglich.

Abdel-Kader Salifou ist nicht der Schlechtere und verliert doch

Das Dreierduell Steffen Mengel gegen Abdel-Kader Salifou war das mit Abstand spannendste, ging über fünf Sätze und stand im letzten Durchgang bei 9:9 Spitz auf Knopf. Es entschieden ein paar Sekunden über den Sieg. Besonders in der entscheidenden Phase des Satzes lag das Kanten-Glück von Tisch, Netz und Schläger auf Seiten der Thüringer. Nach 10:9-Führung und einem leichten Fehler gab Salifou den ersten Satz mit 10:12 ab. Den zweiten Durchgang beendete er glücklicher, den dritten Satz dominierte er deutlich – 11:6. Im vierten wehrte er zwei Satzbälle ab, verlor 10:12. Und im fünften mischte sich die Glücksgöttin Fortuna in entscheidendem Maße ins Spiel ein. Der Schlechtere hatte dieses Spiel nicht verloren.

Statt eines Rückstands hätte bei einer 2:1-Führung Zeljko vielleicht auch nicht gegen Habesohn gewonnen. Aber im Doppel hätten Steger/Salifou die Messer schon gewetzt, obwohl sie noch nie zusammengespielt haben. Doch sie mussten nicht wetzen. Habesohn kam zwar drei Sätze lang gegen Zeljko arg in Bedrängnis, hatte aber im vierten die Zügel fest in der Hand und gewann verdient. Wobei Zeljko im ersten Satz schon wieder eine 10:8-Führung nicht nutzen konnte und 10:12 verlor.

Andy Alberts Bilanz fiel voll im Konjunktiv aus: „Das hätte man auch 3:0 gewinnen können. Doch fünf Mal haben wir Führungen hinten raus nicht zu Satzgewinnen nutzen können. Sie haben aber wieder alle ihr Bestes gegeben. So nah dran waren wir noch nie hier in dieser Halle.“ (rd)

Ergebnisse

Daniel Habesohn – Bastian Steger 3:1 (8:11, 12:10, 13:11, 11:9) Lubomir Jancarik – Filip Zeljko 1:3 (12:10, 9:11, 7:11, 7:11) Steffen Mengel – Abdel-Kader Salifou 3:2 (12:10, 10:12, 6:11, 12:10, 11:9) Habesohn – Zeljko 3:1 (12:10, 11:7, 9:11, 11:2)