Mellrichstadt

Streutal: Kinder verpacken ihre Lieblingsplätze in Kunstwerke

Er war sowas von gespannt, der junge Malkünstler: Kaum hatte er die Tasche mit den Preisen in der Hand, warf er an Ort und Stelle schon einen ersten Blick hinein, ehe er freudig an die Seite der Eltern zurückkehrte. Dort ließ er seiner Neugier freien Lauf und stöberte in der Tasche, noch bevor er voller Stolz das Lob der Eltern annahm. Eine schöne Szene bei der Preisverleihung des Malwettbewerbs der Streutalallianz, die – coronabedingt – eine lange Zeit des Wartens nach sich gezogen hatte.

Auch eine Folge der Pandemie: Die Allianzverantwortlichen mussten „zweigleisig fahren“ und die Preisverleihungen in der Markthalle in Mellrichstadt wie auch in der Grenzlandhalle Fladungen (jeweils mit Vernissage und Ausstellung) vornehmen. Denn mit mehr als 90 Kindern und Jugendlichen aus allen elf Mitgliedsgemeinden hatte der Malwettbewerb eine erfreuliche Resonanz gefunden. Der jüngste Künstler war gerade einmal eineinhalb Jahre jung und ist in Bastheim zuhause. Die ältesten Teilnehmer mit 14 Jahren wohnen in Mellrichstadt und Willmars.

Mit dem Thema „Mein Lieblingsort im Streutal“ hatten Allianzvorsitzender Martin Link und Allianzmanagerin Gertraud Kokula die Kreativität und Phantasie der Mädchen und Buben angestachelt. Mit Erfolg. Denn „jedes eingereichte Bild ist ein Kunstwerk für sich“, zeigte sich Bürgermeister Link bei den Preisverleihungen in Mellrichstadt und in Fladungen hellauf begeistert von der Fülle an Kunstwerken, die es der Jury bei der Bewertung nicht leicht machte. Die Werke waren kunterbunt, verziert mit Origami, Perlen und den eigenen Fotos. Der Kreativität waren also keine Grenzen gesetzt. Folgerichtig: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer konnte sich über einen Preis freuen.

Natürlich haben es sich die Bürgermeister der Streutalallianz nicht nehmen lassen, bei den Preisverleihungen dabei zu sein und so aus dem Blickwinkel der Kinder und Jugendlichen schöne Orte und Plätze im Streutal zu entdecken. Und damit ein Stück Verpflichtung mitzunehmen, sie zu erhalten und so die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Die Preisträger

Alterskategorie bis 5 Jahre:
1. Platz: Leo Marschall (3 Jahre) aus Fladungen. Mit erstaunlichen Malkünsten, denn er zeichnete die Streubrücke zwischen Fladungen und Heufurt. 
2. Platz: Jonas Prax (5 Jahre) aus Bastheim. Er liebt es, wie es sein Bild vermittelt, mit seiner Familie Fahrradtouren durch das Streutal zu unternehmen.
3. Platz: Mathilde Mittenberger (3 Jahre) aus Hausen: Sie malte den Wasserfall am Eisgraben. Ein tolles Motiv kindgerecht umgesetzt.
Alterskategorie 6 bis 10 Jahre:
1. Platz: Pia Reß (9 Jahre) aus Mellrichstadt. Sie malte detailreich den Kreuzhügel in Frickenhausen mit Fatimakapelle und Kreuzwegstation.
2. Platz: Hanna Scharbert (6 Jahre) aus Sondheim v. d. Rhön: Hanna fährt gerne mit ihrem Papa auf dem Schlepper zu Schafen der Familie auf die Weide auf der Hochrhön.
3. Platz: Greta Handwerk (7 Jahre) aus Hausen: Auf dem ersten Blick konnte die Jury den Dorfweiher in Hausen mit allen Einzelheiten erkennen.
Alterskategorie 11 bis 14 Jahre:
1. Platz: Jasmin Trabert (11 Jahre) aus Hausen: Hier war das Entscheidungsgremium besonders von der Maltechnik und vom Blickwinkel (blühender Streuobstlehrpfad) begeistert.
2. Platz: Sara Böhm (11 Jahre) aus Oberstreu: Ihr wunderschönes „Rhönzügle“ zeigt ihre Begeisterung für die alte Dampflock – originell und detailreich gezeichnet.
3. Platz: Jan Friedrich (12 Jahre) aus Hausen: Sein Bild vermittelt das Renn-Feeling am kurvenreichen und schnellen Hauenstein-Bergrennen teilnehmen.
Sonderpreise:
Arya Korell (14 Jahre) aus Willmars: Ihre Zeichnung stellt zwar keinen Lieblingsort im Streutal dar, allerdings vermittelt es anschaulich die Gefühle vieler Kinder und Jugendlichen in dieser schweren Zeit der Pandemie. Das Bild zeigt Trauer und Angst in einer ungewissen Zeit, aber gleichzeitig den hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.
Der Kindergarten Flohkiste aus Willmars, der Kindergarten Hausen und das Kinderland Bastheim haben am Malwettbewerb teilgenommen. Alle drei Einrichtungen erhalten Gemeinschaftspreise. Sie beschäftigten die Kinder mit vielen lustigen und bunten Aktionen und brachten ihnen damit das Streutal näher.
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