Fladungen

Freilandmuseum: Wirtschaftlicher Einbruch ist ausgeblieben

Im Fränkischen Freilandmuseum in Fladungen waren die Gänse in diesem Jahr oftmals allein. Auch in diesen Tagen sind die Besucher, besonders bei Regen, noch rar. Foto: Hanns Friedrich

Der befürchtete wirtschaftliche Einbruch im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen ist ausgeblieben. Museen sind aber nicht gewinnorientiert. Das stellte Andreas Polst, Geschäftsleitender Beamter und Kämmerer des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum bei der Zusammenkunft am Dienstag in der Grenzlandhalle in Fladungen fest. Mindesteinnahmen von 15 915 Euro standen Mindestausgaben von 237 462 Euro gegenüber. Bedingt durch Corona blieb die Museumsbahn im Lokschuppen, was einen Verlust von 59 970 Euro bedeutete. Gegenüber dem Vorjahr wurden mit 37 803 Gästen nur 17 Prozent weniger Besucher gezählt, wobei diese im Museumsladen allerdings mehr einkauften, was hier pro Besucher in der Kasse ein Plus von 20 Prozent ausmachte. Erfreulich war, dass der Schuldenstand im Zweckverband Fränkisches Freilandmuseum konnte erneut um 65 500 Euro gesenkt werden konnte. Er pendelt sich damit bei 275 518 Euro ein.

Der Kämmerer zeigte den Verbandsräten anhand der Statistik auf, dass in den vergangenen zehn Jahren rund eine Million Euro an Schulden abgebaut wurden. Erwähnt hat er das Förderprogramm "Neustart" des Bundes, das dem Museum 29 734 Euro einspielte. Die Kassenlage nannte er zufriedenstellend und man musste keine Kassenkredite aufnehmen. Informiert hat er die Zweckverbandsmitglieder über Workshops mit Vertretern des Bezirks und der Museumsleitung. Dabei ging es unter anderem um die künftige Nutzung des ehemaligen Fladunger Kindergartens und eine Ideenfindung. Zum Beispiel habe man das zeitgeschichtliche Thema eines Kindergartens von der Kinderbewahranstalt bis heute angedacht. Es geht letztendlich um eine nachhaltige Nutzung und die Anbindung des Grundstücks an das Museumsgelände. Ein weiteres Thema war die "Aumühle". Hier diskutiert man schon seit 2002, wie sie ins Fränkische Freilandmuseum als Mühle einbezogen werden kann. Zurzeit dient sie als Lagerraum.

Erwerb eines Gartengrundstücks am Museum

Ein weiteres Ziel ist der Erwerb eines Gartengrundstücks am Museum. Dort könnte die historische Kegelbahn aufgebaut werden. Diese ist aktuell noch eingelagert. Ein Fischteich könnte ebenfalls Teil des Museums werden, wobei hier mit dem örtlichen Anglerverein Kontakt aufgenommen wird. Schließlich ging es um die inhaltliche Erweiterung des Fränkischen Freilandmuseums mit Exponaten des 20. Jahrhunderts. Andreas Polst sprach das Telefonhäuschen ebenso wie die einstige Trafostation an, die beide bereits auf dem Gelände stehen. Überlegungen bei der Besprechung drehten sich auch um das Thema "Jüdische Kultur". Abgekommen sei man davon, Synagogen in ein Museum zu übertragen, überlege aber andere Bereiche wie Metzgereien oder weitere speziell jüdische Handwerksberufe einzubinden.

Wie sieht die inhaltliche Erweiterung des Freilandmuseums Fladungen aus? Konkret geht es um Exponate wie die bereits vorhandene Telefonzelle oder die angrenzende Trafostation. Foto: Hanns Friedrich

Zur Museumsbahn sagte der Kämmerer des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum Fladungen, dass diese mehr Teil des Museums werden müsste. Das Thema "Bahnerlebnis" sei in der Diskussion angesprochen worden. Im Workshop-Team sei man sich einig gewesen, die Museumsleitung bei den verschiedenen Vorhaben zu begleiten. Man wisse, dass sie die Hauptarbeit leistet. Das alles seien ehrgeizige Ziele, die man aber bis November 2022 umgesetzt haben möchte. Da stecke noch viel Arbeit dahinter, stellte Zweckverbandsvorsitzender und Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel fest. So etwas sei aber wichtig, um einen Stillstand im Museum zu vermeiden.

Museumsleiterin Ariane Weidlich gab Informationen zum Sachstand für die Neugestaltung des Parkplatzes am Museum. Hier fanden Vermessungsarbeiten statt und Bodenproben wurden genommen. Die Ergebnisse liegen aktuell jedoch noch nicht vor. Erst dann könne man einzelne Varianten zur Gestaltung der Parkplätze überdenken. Die Entscheidung dazu wird bei der Verbandsversammlung im Dezember getroffen. Für eine Zufahrt durch den Neubau des direkt angrenzenden Supermarktes habe man mit dem Straßenbauamt eine gute Lösung gefunden, wusste Landrat und zweiter Zweckverbandsvorsitzender, Thomas Habermann. Ariane Weidlich informierte die Verbandsräte noch darüber, dass die Wagnerei aus Ostheim nicht ins Museum übertragen wird. Die neuen Besitzer würden sie selbst in das Anwesen integrieren.