Fladungen

Freilandmuseum Fladungen hat ein neues Schmuckstück

Gruppenbild anlässlich des Richtfestes der Waldberger Schmiede. Das Bild zeigt von links: Museumsleiterin Ariane Weidlich, Zimmermann Michael Weber, Landrat Thomas Habermann und Fladungens Bürgermeister Michael Schnupp. Foto: Marion Eckert

Die alte Waldberger Schmiede kommt im Freilandmuseum Fladungen zu ganz neuen Ehren. Im Herbst vergangenen Jahres wurde sie vor Ort abgebaut, nach Fladungen transportiert und in den vergangenen Monaten aufgebaut. Nun wurde Richtfest gefeiert.

Der Tag des offenen Denkmals war der perfekte Termin für das Richtfest, ist doch die kleine Schmiede in ihrer Einmaligkeit eine ganz besondere Bereicherung für das Freilandmuseum, das mittlerweile 30 Jahre besteht. Während in den ersten Jahren der Schwerpunkt auf der Errichtung von landwirtschaftlichen Hofstellen lang, werde nun nach und nach bäuerliches Handwerk in das Museum geholt, erklärte Landrat Thomas Habermann. Die Waldberger Schmiede steht neben dem Backhaus aus Oberbernhards und der Büttnerei aus Sulzthal. Das Richtfest sei allerdings nur ein Zwischenabschnitt. "Wenn aufgerichtet ist, dann ist ein Großteil der Arbeit getan und es Zeit, zu feiern."

Glas nach dem Richtspruch zerschmettert

Die Hauptperson des Tages war Zimmermann Michael Weber, der, natürlich in Zunftkleidung, nach altem Brauch "mit Gunst und Verlaub" den Richtspruch sprach und sein Glas auf die "Bauherrn und Museumsleute" hob. Wie es die Tradition so will, zerschmetterte er das Glas am Boden. "Mein Vater hat mir eingeschärft, dass das Glas auch wirklich kaputtgehen muss."

Landrat Habermann, der zugleich auch Verbandsvorsitzender ist, freute sich über diese Bereicherung des Freilandmuseums. Träger des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum Fladungen sind der Bezirk Unterfranken, der Landkreis Rhön-Grabfeld und die Stadt Fladungen. Gut 30 Gebäude sind in den vergangenen 30 Jahren im Freilandmuseum aufgerichtet worden. Wichtig sei nicht nur, die Gebäude in ihrer Architektur darzustellen, sondern auch das Leben der Menschen in alter Zeit. "Landwirtschaft war ohne Handwerk nicht denkbar", erinnerte er an früheres Leben und Arbeiten. "Jeder Nagel wurde früher von Hand gefertigt, entweder vom Schreiner oder vom Schmied. Kein Gaul konnte ohne Hufeisen vom Schmied auf den Acker."

Dass die Schmiede aus Waldberg kommt, freute den Landrat besonders. Er kann sich noch an die Schmiede in früherer Zeit erinnern, ebenso wie an die Waldberger Hofstelle, die nur wenige Meter entfernt vom neuen Standort der Schmiede steht. "Es ist schön, die Gebäude nun im Museum zu sehen." Seinen Dank richtete der Landrat an die Eigentümer, die die Schmiede zur Verfügung stellten.

Enges Zeitfenster für den Abbau

Diesem Dank schloss sich Museumsleiterin Ariane Weidlich gerne an. Sie  erinnerte an den Werdegang: Die Waldberger Schmiede wurde im vergangenen Jahr ausgeräumt und das Inventar nach Fladungen gebracht. Der Abbau des Gebäudes begann im September und musste in einem relativ engen Zeitfenster bis Ende Oktober abgeschlossen sein. "Wir hatten Glück mit der Witterung, es konnte alles trocken verpackt und transportiert werden", so Weidlich. Doch aufgrund der beengten Situation in Waldberg musste ein Kran zum Einsatz kommen und Teile des Gebäudes über andere Gebäude hinweg heben. Eine spannende Sache. Ebenso wie der Transport von Waldberg nach Fladungen. Auf einem provisorischen Lagerplatz wurden die Wandteile über Winter gelagert.

Nachdem die Bodenplatte fertiggestellt war, konnten die Wandteile aufgerichtet werden. Ausbesserungen wurden nach historischem Vorbild vorgenommen. Mittlerweile sind fast alle Oberflächen an ihrem angestammten Platz. Nur die hintere Giebelwand ist noch leer. Da die Schmiede künftig wieder in Betrieb genommen werden soll, müsse der Feuerschutz beachtet werden. "Unser Ziel ist es, in einem Jahr die Fertigstellung der Schmiede zu feiern. Vielleicht sogar auch am Tag des offenen Denkmals", sagte Weidlich. Dann soll die Schmiede natürlich auch angefeuert werden und wenn die Corona-Pandemie es zulässt, in großem Rahmen eingeladen werden.

Neu Balken wurden nach historischem Vorbild in die alte Waldberger Schmiede eingebaut Foto: Marion Eckert