Fladungen

Fränkisches Freilandmuseum Fladungen ist eine "gesunde Einrichtung"

Der Parkplatz und vor allem der Eingangsbereich im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen sollen neu gestaltet werden. Erste Informationen gab es dazu von Landschaftsarchitekt Thomas Wirth bei der Zweckverbandsversammlung in Würzburg. Die Kosten bezifferte Wirth auf 1,5 Millionen E... Foto: Hanns Friedrich

"Wir sind sorgfältig mit den Haushaltsmitteln umgegangen, sodass das Freilandmuseum Fladungen, wenn man die Rücklagen dazu nimmt, schuldenfrei ist." Dieses Fazit zog Rhön-Grabfelds Landrat Thomas Habermann bei der Versammlung des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum Fladungen. Nach zwei Jahren geht der Vorsitz nun im Wechsel von ihm an Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel über. Dies war auch ein dickes Lob an Andreas Polst, Leiter des Finanzreferates des Bezirks Unterfranken, sowie Helmut Kleinschroth. Nach zehn guten Jahren müsse man sich nun wohl auf weniger gute Jahre einstellen. Es könne jedoch von einer "gesunden Einrichtung" gesprochen werden.

In seinem Bericht verwies Polst auf die verkürzte Öffnungszeit vom 11. Mai bis 1. November und darauf, dass die Museumsbahn aufgrund von Corona nicht in Betrieb genommen werden konnte. Das Museum zählte in der Saison 2020 insgesamt 37 803 Besucher, gegenüber dem Vorjahr ist das ein Drittel geringer. Dies wirkte sich unter anderem auf die Eintrittsgelder (minus 122 000 Euro), auf den Museumsshop (minus 19 000) und die Museumsbahn (minus 60 000) aus. Umgekehrt gibt es Einsparungen im Personalbereich von etwa 90 000 Euro, unter anderem durch fehlende Veranstaltungen oder Führungen im Museum. Letztlich wurde damit eine "schwarze Null" erreicht und der Haushalt konnte ausgeglichen werden. Die Rücklagen betragen 284 672 Euro.

Parkplatz und Eingangsbereich sollen neu gestaltet werden

2021 beträgt der Verwaltungshaushalt gut 2 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt etwa 200 000 Euro. Größter Posten im Verwaltungshaushalt sind die Personalausgaben mit rund 1 Million Euro (plus 4,9 Prozent) und die Museumsbahn mit etwa 320 000 Euro. Der Schuldenstand werde sich zum 31. Dezember 2020 auf 275 000 Euro belaufen und soll sich 2021 auf etwa 210 000 Euro reduzieren. Eine Umlageerhöhung auf 9,4 Prozent nannte Polst sinnvoll, wobei 80 Prozent auf den Bezirk Unterfranken, 19 Prozent auf Landkreis Rhön-Grabfeld und ein Prozent auf die Stadt Fladungen entfallen. Für 2021 hoffe man auf einen zumindest eingeschränkten Bahnbetrieb unter Coronabedingungen. Dazu werde ein Hygienekonzept erarbeitet.

Bedingt durch Covid-19 konnte das "Rhönzügle" in diesem Jahr nicht zwischen Mellrichstadt und Fladungen Gäste befördern. Das brachte ein Minus von rund 60 000 Euro. Foto: Hanns Friedrich

Informationen gab es von Landschaftsarchitekt Thomas Wirth vom Planungsbüro Wirth aus Kitzingen über die Möglichkeiten zur Neugestaltung des Parkplatzes und des Eingangsbereichs. Zweckverbandsvorsitzender Habermann verwies darauf, dass ein Parkplatz und der Eingangsbereich eines Museums immer auch ein Aushängeschild sei. Deshalb habe man eine Neugestaltung angeschoben. Wirth bestätigte dies und stellte fest, dass der Unterbau des Parkplatzes in Fladungen noch in Ordnung sei, aber eine Überprüfung vorgenommen werden sollte. Wichtig seien ihm Informationssysteme, um für Fußgänger und Bahnreisende die Orientierung klar zu machen. Der Landschaftsarchitekt schlug außerdem überdachte Fahrradplätze und weitere Überlegungen zur Umgestaltung des Kioskbereichs vor. Die Kosten bezifferte er auf 1,5 Millionen Euro bei einer Fläche von rund 7000 Quadratmeter.

Auf Notwendigkeit von Ladestationen für E-Bikes hingewiesen

Zu den Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder sagte Habermann, dass es sich bei den dort abgestellten Rädern oft um teuere handele. Auf mögliche Ladestationen für E-Bikes verwies Klara May und Thomas Fischer brachte Stellplätze für Wohnmobile in die Diskussion. Das sollte mit der Stadt Fladungen besprochen werden, entgegnete Dotzel, schließlich sei dies auch für Fladungen von Vorteil. Fladungens Bürgermeister Michael Schnupp sprach einen vorhandenen Campingplatz an, der neu gestaltet werden könnte. Wichtig seien genügend Parkplätze für die Museumsbesucher. Das Thema Wohnmobile sollte man im Hinterkopf  behalten, sagte Habermann. Karin Renner bat daran zu denken, dass vor dem Museum keine "Blechlawine" entstehe und genügend Platz, vor allem im Eingangsbereich für die Besucher, vorhanden sei. Elke Basil erwähnte die E-Bikes. In der Rhön gebe es Steigungen, die viel Energie kosten, weshalb eine Ladestation im Bereich der Fahrradunterstellhallen sinnvoll sei.

Museumsleiterin Ariane Weidlich sprach noch das Sonderausstellungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft Süddeutsche Freilichtmuseen an. Thema sei "Das Tier und wir". Da im kommenden Jahr das Freilandmuseum Fladungen der Auftaktort ist, sollten entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Die Wanderausstellung ist eine Saison zu sehen. Vor 20 Jahren war Fladungen mit dem Thema "Naturstein" schon einmal Gastgeber. Das sei kein Problem, sagte Habermann. Der Haushalt des Zweckverbandes für das Jahr 2021 wurde letztlich einstimmig verabschiedet. Außerdem gab Helmut Kleinschroth Informationen zur örtlichen Rechnungsprüfung, die dieses Mal vom Landratsamt Rhön-Grabfeld durchgeführt wurde. Hier gab es keine Beanstandungen. Genehmigt wurden die Jahresrechnungen 2017 und 2018 und der Verbandsvorsitzende für diese Jahre, das war Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, entlastet.