Unsleben

Unsleben: Nach dem Großprojekt ist vor dem Großprojekt

Das ehemalige Fabrikgelände in Unsleben wird in den nächsten Jahren sein Gesicht stark verändern. Foto: Eckhard Heise

Schritt für Schritt ist in den vergangenen Jahren in Unsleben das Breitbandnetz ausgebaut worden. Die aktuell noch ausstehende letzte Stufe der Entwicklung ist eine Versorgung über Glasfaserleitung bis ins Haus. Rund knapp 40 Prozent der Haushalte sind bereits mit "schneller" Technik ausgestattet. Nun soll der hochwertigste Ausbau für die Abnehmer erfolgen, die bisher unterversorgt sind, was allerdings die Gemeindekasse erheblich strapaziert.

Frank Reichert von der Stabsstelle des Landratsamt zeichnete bei der Gemeinderatssitzung die verschiedenen Ausbauphasen nach und stellte die Förderkulisse vor. Gewaltige Summen stehen dabei wieder im Raum. Rund 140 Haushalte sind noch nicht mit dem hohen Standard versorgt. Diese Lücke zu schließen würde bei 1,75 Millionen Euro liegen.

In Frage kommt nur ein Gesamtausbau

Die Gemeinde könnte aber auch in zwei Bereiche unterteilen: westlich und östlich der Bahnlinie. Die höchste Förderquote von fast 90 Prozent würde Unsleben erhalten, wenn sämtliche betroffenen Haushalte angeschlossen werden. In diesem Fall läge der Eigenanteil der Gemeinde bei 250 000 Euro. Wenn nur ein Ortsbereich berücksichtigt werden würden, wäre Unslebens finanzieller Part nicht deutlich geringer. Da alle Mandatsträger die Notwendigkeit einer optimalen und zukunftsträchtigen Versorgung erkannten, war es für sie keine Frage, dass nur der Gesamtausbau in Frage kommt. Der Beginn der Arbeiten wird jedoch noch einige Zeit auf sich warten lassen. Bürgermeister Michael Gottwald hofft, dass der Betrag noch reduziert werden kann, da im Zuge des Altortsanierung in mehreren Bereichen Leerrohre eingezogen worden seien.   

Gewöhnlich lässt der Bürgermeister zum Jahresende bei einem gemütlichen Beisammensein das Geschehen in der Gemeinde ausführlich Revue passieren. In diesem Jahr muss das Ritual aus bekannten Gründen nur in einer Kurzfassung und ohne das Treffen an einem gastlicheren Platz als dem der Dorfscheuer über die Bühne gehen. So beschränkte sich das Ortsoberhaupt auf die wichtigsten Ereignisse.

Zur Freude Gottwalds habe die Gemeinde dank zahlreicher Geburten und Zuzüge die Tausendermarke bei den Einwohnerzahlen übersprungen. Und auch in finanzieller Hinsicht habe die Gemeinde ein erfreuliche Entwicklung genommen. So sei die Verschuldung trotz der gewaltigen Ausgaben zur Dorferneuerung mit rund 480 Euro je Einwohner deutlich unter den Landesdurchschnitt gesunken.

Die Kassenlage ist gut

Die gute Kassenlage resultiere unter anderem aus hohen Einkünften etwa durch Gewerbesteuer, Einkommensteuer und Schlüsselzuweisungen. Außerdem sind staatliche Mittel aus der Städtebauförderung und Investitionshilfe geflossen.

Das kostspieligste Projekt war die Dorferneuerung, die mit knapp 1,3 Millionen Euro fast zehn Prozent unter dem Ansatz gelegen habe. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde dabei einen Anteil von einer viertel Millionen Euro zu stemmen.

Für dieses Jahr erwartet Gottwald erneut einen Schub für Unsleben. Zum einen werden die Konturen für eine Überplanung des Entwicklungsgebiets Unsleben Nord jetzt immer deutlicher. Fast 50 000 Euro wurden bisher für die Erarbeitung eines Konzepts aufgebracht. Außerdem neigen sich die Vorarbeiten für das Alte Pfarrhaus dem Ende entgegen, so dass der Bürgermeister auf einen Baubeginn in diesem Jahr hofft. Des Weiteren soll der Weg für ein Wohnprojekt in der Jahnstraße geebnet und weitere Vorhaben der Art initiiert werden. Ferner soll der Ausbau des Kernwegenetzes vorangetrieben werden. Für den Erwerb von Grundstücken, die für das Vorhaben benötigt werden, hat die Gemeinde 2020 schon Grundstücke aufgekauft. Auf der Agenda stehen auch die  Einrichtungen für die Betreuung von Kindern, und nicht zuletzt wird der Radweg nach Wechterswinkel in Angriff genommen. Bei der vorhergehenden nichtöffentlichen Sitzung hatte dazu das Gremium den Auftrag an die Firma Ullrich in Elfershausen vergeben.

Im weiteren Verlauf segnete das Gremium den Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten an der Raiffeisenstraße ab. Außerdem passierten Baugesuche für ein Carport im Bölsweg sowie für eine Terrassenüberdachung im Krautgarten den Gemeinderat.