Mühlbach/Bad Neuhaus

Mühlbach/Neuhaus: Klima der Angst im Umfeld von drei Häusern

Nur noch von Planen zusammengehalten. Das leidige Thema "Schmitts Mary Haus" kommt seit vielen Jahren immer wieder bei der Bürgerversammlung von Neuhaus und Mühlbach zur Sprache. Foto: Brigitte Chellouche

Brennpunkt Mühlbach und Bad Neuhaus: Seit Jahren haben Nachbarn Probleme mit Nachbarn, die als Mieter in einschlägigen Immobilien einquartiert sind und  Defizite im sozialen Verhalten zeigen. Diese Problematik wurde nun auch in der Bürgerversammlung angesprochen.

Die Einlassungen waren massiv: Im Umfeld von drei Häusern in Mühlbach und Neuhaus herrscht die Angst. Von massiven Beschimpfungen und Bedrohungen durch deren Mieter war da die Rede. Von Lärm, Sachbeschädigungen, Vandalismus und bedrohlichem Verhalten. Die Stadt wurde eingeschaltet, die Polizei auch. Doch geändert habe sich nichts, wurde gesagt.

Manche sind schon weggezogen

Die Bedrohungslage wurde so schlimm, dass einige Eigentümer von benachbarten Einfamilienhäusern sogar ihre Häuser verkauft haben, weil sie in einem solchen Umfeld nicht leben wollen. "Alle wissen davon, aber keiner hilft", so das Statement der umliegenden Anwohner.

Die Stadt Bad Neustadt hat davon Kenntnis, sagte Bürgermeister Michael Werner. Der Sachverhalt sei bekannt, die Belästigungen seien auch bekannt. Man habe jedoch rechtlich keine Möglichkeiten dagegen vorzugehen. "Es ist ja noch nichts passiert." Die Polizei sei mit im Boot und man bemühe sich, eine Lösung zu finden, so die Aussage des Bürgermeisters, welche natürlich unbefriedigend für die Nachbarn der drei Mietshäuser ist.

Ist Neuhaus ein Sanierungsgebiet?

Auch der desolate Zustand der Häuser vom Schloßplatz entlang der Kurhausstraße Richtung Herschfeld wurde angesprochen. "Das stehen nur noch unbewohnte Ruinen." Neuhaus sei Sanierungsgebiet. Es habe eine komplette Überplanung gegeben, sagte Werner. Es stünden Gespräche mit dem Rhön-Klinikum an wegen deren Zukunftsplanung für das Heilbad. Danach werde die Stadt, gemeinsam mit dem Stadtrat eine Entscheidung treffen. Wobei Werner darauf hinwies, dass am 23. Oktober mit den Stadträten eine Zukunftswerkstatt stattfände. Die Themen dafür seien die Heilquellen, die seit Anfang des Jahres von der Stadt übernommen wurden, das Kurhaus und das Kurviertel allgemein. Dazu käme die städtebauliche Sanierung von Neuhaus und Mühlbach.

Tempo 20 oder 30 in der Kurhausstraße?

Ein anderes Problem kam auch wieder zur Sprache, "das Schmitts Mary Haus" an der Wandelhalle. Die Ruine, die seit vielen Jahren die Gemüter erhitzt und vom Denkmalschutz hoch gehalten wird. Es ist sicherlich schon die zwanzigste grüne Plane, die vom Rhön-Klinikum über das Dach gezogen wird und das Haus zusammenhält. Die Planen vorher wurden alle von Wind und Wetter zerfetzt. "Warum lässt sich die Stadt Bad Neustadt das gefallen?", war die Frage. Er bitte um Geduld, antwortete Werner.

Thema waren auch die Smileys in der Kurhausstraße, die jetzt bei 20 Kilometern pro Stunde grün werden. Vor einigen Wochen durfte man noch 30 fahren, ohne dass ein rotes Smiley erschien.

Um die altehrwürdigen Bäume hinter dem Kindergarten Mühlbach machten sich einige Mühlbacher Sorgen. Bei einem Neubau könnten sie gefällt werden, war die Vermutung. Eine gefährliche Situation gebe es am Gehsteig in der Kurhausstraße zwischen Brückner und Sonja. Hier würden Pflastersteine hochstehen, sagte eine Mutter.