Bad Königshofen

Kinder waren Maria Löwigt ans Herz gewachsen

Maria Löwigt starb mit 91 Jahren. Foto: Josef Kleinhenz

Verstorben ist Dienstagnacht im Elisabethaspital Maria Löwigt. Sie wurde 91 Jahre alt. Sie hat sich in Bad Königshofen für das Wohl von Kindern engagiert, betreute lange Zeit nicht nur den Nachwuchs von Kurgästen und Migranten, sondern organisierte jahrzehntelang auch eine Engelsinggruppe.  

Kinderaugen strahlten mit Kerzen um die Wette, wenn sie  jedes Jahr zu Weihnachten mit ihrem „Engel-Chor der guten Herzen“ durch Bad Königshofen zog und Seniorenheime, das Rathaus sowie Hotels und Geschäfte besuchte.  Die Kinder waren weiß gekleidet und mit leuchtenden Laternen, brennenden Kerzen, goldenen Stirnbändern und künstlichen Flügeln ausgestattet.   

Hintergrund der Aktion war, dass  Maria Löwigt das Leid erfuhr,  zweieinhalb Wochen lang blind zu sein. Sie hatte jedoch einen Schutzengel und konnte wieder sehen, wie durch ein Wunder, wovon sie mit großer Freude berichtete. Den Menschen etwas von ihrem Geschenk zurückzugeben, waren die Ziele ihrer Engel-Aktion, die sie über 30 Jahre mit großer Resonanz durchführte. Auch an Ostern verkleideten  sich unter ihrer Regie Kinder, um  öffentlich für gute Zwecke aufzutreten. Mit klingender Münze und viel Beifall bedankte sich die Zuhörerschaft bei den viel beachteten Auftritten.   

Mit den Spenden unterstützte Maria Löwigt Hilfsprojekte. Arme, kranke und blinde Kinder griff sie damit unter die Arme unter anderem in Angola, Afghanistan,  Simbabwe und Tansania, Indien, Bolivien, Mosambik, Rumänien und im  Kosovo – teils über Königshöfer Ordensleute in den Missionsländern und auch mithilfe des Lionsklubs Bad Königshofen.  

Für ihre internationale Kinderhilfe und das soziale Engagement wurde  Maria Löwigt  2005 in Würzburg mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. An ihrer Seite:  eine Reihe Kinder ihrer Engelgruppe.    

Maria Löwigt, Tochter eines Bäckers und Landwirts, stammte aus Alsleben. Sie war Erzieherin  in den Kindergärten von Obereßfeld, Großbardorf und Bad Königshofen. Zu ihren Stationen von Schule und Fortbildung gehören die Realschule des Instituts der „Englischen Fräulein“ in Bad Kissingen und Würzburg sowie der Kindergarten St. Martin in Bamberg. Mehrere Jahre gehörte Löwigt dem Rhönklub Bad Königshofen als Jugendwartin und Beisitzerin an. Im Zweigverein bereicherte sie oft mit „ihren Kindern“ Feiern und Feste. Ausgezeichnet wurde sie mit der Goldenen Rhönlub-Medaille, dem Treue-Brief und dem Grünen Band der Rhön. Auch im katholischen Frauenbund und im VdK war sie Mitglied.

Zu ihrem 90. Geburtstag im vergangenen Jahr 2020 hatten sich alle drei Geistlichen der Stadt Bad Königshofen  geschlossen in die Feierrunde eingereiht:  Pfarrer Karl Feser, Pfarrvikar Paul Mutume und Ruhestandspfarrer Linus Eizenhöfer.  Mit ihrer beispielhaften Aktion des Engelsingchors war sie auch in einer ganzen Reihe von Illustrierten abgebildet und hat den Namen der Stadt Bad Königshofen deutschlandweit bekannter gemacht.

Coroanbedingt findet die Beisetzung von Maria Löwigt  im engsten Familienkreis statt.