Bad Königshofen

Ernst Oestreicher hat sich selbst übertroffen

Stehende Ovationen und nicht enden wollender Applaus nach einem rund zweistündigen Konzert mit Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung". Schulleiter Ernst Oestreicher machte damit sich, den Mitwirkenden, vor allem aber den rund 500 Zuhörern einen unvergesslichen Nachmittag. Foto: Hanns Friedrich

Professor Ernst Oestreicher hat sich selbst übertroffen. Was der Leiter der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen mit dem Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn in der Stadtpfarrkirche präsentierte, war einfach phänomenal. Für Ernst Oestreicher persönlich war es sein eigenes Abschiedskonzert, denn er geht zum Schuljahresende in den Ruhestand. Zahlreich waren die Gratulanten im Anschluss an das Konzert, darunter der Präsident des Bayerischen Musikrates, Dr. Thomas Goppel und vor allem viele ehemalige Schülerinnen und Schüler. Ernst Oestreicher freute sich über viele treue Konzertbesucher und über Ehemaligen, denn alleine die Hälfte der 120 Sängerinnen und Sänger waren einst Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule. So war es auch beim Orchester, in dem ebenfalls Ehemalige mitspielten und die Lehrkräfte der Berufsfachschule für Musik unterstützten.

Dr. Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrates, sagte, dass er aus München gekommen sei, um mit Ernst Oestreicher einen Mann der Musik zu ehren. Von einer Fangemeinde des Schulleiters sprach er und unterstrich, dass dieser die Schule in den vergangenen Jahrzehnten geprägt habe. "Alles was Ernst Oestreicher anpackt, macht er gründlich und mit Leidenschaft."  Als eine musikalische Größe bezeichnete Goppel den Schulleiter, der rund um die Uhr seit mehr als drei Jahrzehnten im Einsatz ist. Der Abend, so versprach Thomas Goppel, werde sicher zu einem einmaligen Erlebnis.

Mitwirkende schließen sich dem Beifall an

Wie recht er damit hatte, zeigte sich in den kommenden zwei Stunden. Ein nicht enden wollender Applaus machte zum einen die Begeisterung der Zuhörer deutlich, forderte zum anderen aber auch eine Zugabe geradezu heraus. Die Beliebtheit des Schulleiters zeigten dabei die knapp 170 Mitwirkenden des Konzertes, die sich diesem Beifall anschlossen.

Für den Schulleiter war das Oratorium ein besonderes musikalisches Geschenk. Neben Chor und Orchester sangen ehemalige Schülerinnen und Schüler der Schule die Solopartien. So Serena Hart, die von 2012 bis 2013 an der Schule war, in der Rolle des Erzengels Gabriel, Margarita Pazara (2014-2016) als Eva,  Christian Brüggemann (1983 bis 1985)  als Uriel und Christian Huber (2005-2007) in den Rollen des Erzengels Raphael und als Adam. Das Oratorium von Joseph Haydn erzählt die biblische Schöpfungsgeschichte. Die Entstehung des Weltalls, die Erschaffung der Tiere und Menschen. Dem Orchester kam eine besondere Rolle zu. Neben dem fünfstimmigen Streichersatz waren, jeweils doppelt besetzt, Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagott und Kontrafagott sowie Hörner, Trompeten und Posaunen zu hören, unterstützt von den Pauken.

Ein großes, farbenprächtiges Gemälde

Petra Hilsheimer, die 1995, als letztmals dieses Oratorium aufgeführt wurde, Absolventin der Schule war, schreibt dazu: "Das ganze Oratorium lässt sich also als ein einziges, großes, farbenprächtiges Gemälde bezeichnen, mit dem Haydn seine Zuhörer fesselte." Genau das gelang am Sonntagnachmittag in der Stadtpfarrkirche Bad Königshofen den 45 Musikerinnen und Musikern, sowie dem fast 120-köpfigen Chor. Ein wahres Meisterwerk, dargeboten in einer meisterlichen Aufführung unter der Leitung eines musikbegeisterten Schulleiters Ernst Oestreicher.

Ehemalige Schülerinnen und Schüler sangen die Solopartien. So (von links): Christian Huber in den Rollen des Erzengels Raphael und als Adam, Christian Brüggemann als Uriel, Serena Hart in der Rolle des Erzengels Gabriel und Margarita Pazara als Eva. Foto: Hanns Friedrich
Blumen und Glückwünsche gab es für Schulleiter Professor Ernst Oestreicher. Foto: Hanns Friedrich