Großbardorf

Verkehrsministerium lehnt dreistreifigen Ausbau der B 279 ab

Laut Statistik ist die Kreuzung in Wülfershausen kein Unfallhäufungspunkt. Foto: Regina Vossenkaul

Bei der Lenkungsgruppensitzung der Grabfeld-Allianz begrüßte Allianzsprecher Jürgen Heusinger als Gast zum Tagesordnungspunkt "Dreistufiger Ausbau der B 279 im Raum Bad Neustadt" Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Wie berichtet, hatte Wülfershausens Bürgermeister Wolfgang Seifert im vergangenen September einen entsprechenden Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer geschrieben, die Allianz-Bürgermeister hatten die Forderung mit ihren Unterschriften unterstützt.

Rott verlas den Antwortbrief des Ministeriums, in dem es heißt: "Maßnahmen, wie der von Ihnen geforderte dreistreifige Ausbau von Bundesstraßen sind nicht Gegenstand der Bedarfspläne, sondern werden in eigener Verantwortung durch die Straßenbauverwaltungen der Bundesländer geplant und umgesetzt und über die pauschal den Ländern zur Verfügung gestellten Mittel für Um- und Ausbaumaßnahmen finanziert." Die Planung setze jedoch eine genaue Bedarfsermittlung voraus, hier gehe es vor allem um die Verkehrssicherheit, deshalb habe sich der Beauftragte des Ministeriums bei der Bayerischen Straßenbauverwaltung nach dem aktuellen Sachstand erkundigt und habe dabei "weder Leistungsfähigkeitsdefizite noch erhöhtes Unfallpotenzial" auf dem genannten Streckenabschnitt festgestellt.

Durchschnittliche Verkehrsbelastung

Die durchschnittliche Verkehrsmenge von 8567 bis 10 757 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden entspreche dem Durchschnitt auf Bayerischen Bundesstraßen von 9977 Fahrzeugen. Neueste Prognosen würden sogar von einem Rückgang der Verkehrsbelastung bis 2035 westlich von Wülfershausen ausgehen, heißt es weiter. Anhand von Videobeobachtungen sei außerdem festgestellt worden, dass es keinen Rückstau an der Anschlussstelle Bad Neustadt bis auf die Autobahn A 71 gebe. In der aktuellen Prioritätenliste sei der dreistreifige Ausbau deshalb nicht enthalten. Für weitere Detailfragen sei das Landesministerium zuständig.

Die Unfallstatistik, die Rott vorlegte, zeigt keine Unfallhäufungspunkte. Dafür müssten laut Definition in drei Jahren drei gleichartige Unfälle geschehen. Zwischen 2015 und November 2019 gab es bei Herschfeld sieben Unfälle an der Einmündung, an den Autobahnanschlussstellen insgesamt zehn, an der Taubachsmühle (Eichenhausen) sechs und im Bereich Wülfershausen zwei Unfälle und zwei Auffahrunfälle. "Wir handeln aufgrund von Fakten und nicht aufgrund von Wünschen und Vermutungen", so Rott.

Radwegbau startet am Aschermittwoch

Jürgen Heusinger und Emil Sebald baten ihn, die Angelegenheit trotzdem im Hinterkopf zu behalten. Saals Bürgermeister Norbert Bauer hakte ein und bezweifelte den Rückgang des Verkehrs in den nächsten 15 Jahren. Der geforderte Ausbau habe nichts mit der Umgehung zu tun, stellte er klar, deren Dringlichkeit sei schließlich im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans festgehalten.

Bürgermeister Seifert erläuterte noch einmal, warum Wülfershausen in die Planung der Umgehung einbezogen werden muss. Thomas Helbling nutzte die Gelegenheit, sich beim Straßenbauamt für die Unterstützung in Sachen Radweg zwischen Merkershausen und Kleinbardorf zu bedanken. Der Spatenstich für den Lückenschluss soll eventuell am Aschermittwoch stattfinden. Für den Radweg Milzgrund laufen noch die Naturschutzuntersuchungen, teilte Rott mit, ansonsten sei das Projekt auf einem guten Weg. Auf Anfrage berichtete er auch vom Kreisel bei Trappstadt, dort gehe man in die Grundstücksverhandlungen, sobald die technische Planung abgeschlossen ist, so Rott.