MELLRICHSTADT

Bei Mitarbeitern und Chefs geschätzt

Nach 36 langen Jahren im Amt des Betriebsratsvorsitzenden der Reich GmbH in Mellrichstadt hat sich Anton Bach (3. von links) mit einer Erwerbstätigkeitsende-Feier in den Ruhestand verabschiedet. Dazu gratulierten (von links) Seniorchef Karl-Hermann Reich, Peter Kippes (IG Metall)... Foto: Georg Stock

„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“ Aus dieser (philosophischen) Betrachtung heraus hat Anton Bach ein erfülltes Berufsleben hinter sich. Mit vielfältigen Aufgaben, Pflichten und hohen Werten. Hat er doch 36 lange Jahre ununterbrochen als Betriebsratsvorsitzender der Reich GmbH, der er mehr als vier Jahrzehnte angehörte, gewirkt. Nun hat sich Anton Bach im Kreise ehemaliger Betriebskollegen, Mitarbeiter und Weggefährten mit einer „Erwerbstätigkeitsende-Feier“, so sein selbst gewählter Ausspruch, in den Ruhestand verabschiedet.

Anton Bach verkörpert den Typus Gewerkschafter im besten Sinne des Wortes. Das macht sein außergewöhnliches Engagement deutlich, sich für die betrieblichen Belange der Arbeitnehmer einzusetzen. Die Wertschätzung der Beschäftigten wiederum kommt in der neunmaligen Wiederwahl von Anton Bach als Betriebsratsvorsitzender nachhaltig zum Ausdruck. Und in dieser Funktion lag ihm neben dem Wohl der Beschäftigten auch die Fortentwicklung des Unternehmens am Herzen. Angesichts von derzeit mehr als 1.000 Arbeitnehmern eine große Aufgabe.

„Es war eine Superzeit“, brachte Karl-Hermann Reich, 38 Jahre lang der Chef der Reich GmbH, seinen Dank und Glückwunsch an die Adresse von Anton Bach auf den Punkt. Habe es mal Probleme gegeben „so wurden die gelöst, wir sind immer zusammen gekommen“, lobte Reich, der 2014 die Geschäftsführung des Familienunternehmens an seine Kinder André und Nina Reich übergeben hat. Und so versäumte es Karl-Hermann Reich nicht, die Parallelität der Entwicklung des Unternehmens Reich hin zum führenden Automobilzulieferer mit dem Werdegang und Tun des langjährigen Betriebsratsvorsitzenden zu verknüpfen.

Umsteiger, Einsteiger und Aufsteiger – dieses Wortspiel soll in Stichpunkten den persönlichen und beruflichen Werdegang von Anton Bach aufzeigen. Als gelernter technischer Zeichner hat Bach auf Umwegen Mitte 1977 den Einstieg bei der Firma Reich geschafft, und schon nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit wurde ihm der Vorsitz des Betriebsrats übertragen. Mit Langzeitwirkung und zahlreichen „Nebentätigkeiten“ wie dem Arbeitskreis für schwerbehinderte Menschen, dem er 32 Jahre lang angehörte, um nur ein Beispiel zu nennen. Weiter war der Betriebsrat auch Impulsgeber für die Aktion Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer oder auch den Gesundheitstag in der Firma Reich, denn dort wird betriebliches Gesundheitsmanagement groß geschrieben.

Anton Bach war es natürlich wichtig, die Meilensteine der Betriebsratsarbeit mit dem Beispiel der Arbeitszeitgestaltung hin zu „fünf Schichten, und kein Ende in Sicht“ aufzuzeigen. Und in seiner Aufzählung durften die Meilensteine der Reich-Unternehmensentwicklung nicht fehlen: das Reich-Zweigwerk in den USA wie auch am Standort Mellrichstadt die Übernahme des Bittorf-Areals. Hinzu kam der Kauf der AIO-Werksgebäude in der Lohstraße als Logistikzentrum der Reich GmbH.

Damit nicht genug der Arbeits- und Betätigungsfelder, die auf den Gewerkschafter Bach bei der IG Metall und seinen Funktionen in der Sozialversicherung warteten. Als Versichertenberater der deutschen Rentenversicherung wird er noch bis 2023 tätig bleiben, um hier ein Beispiel herauszugreifen. Im Vorstand der Berufsgenossenschaft Holz und Metall war und ist er noch in verschiedenen Funktionen tätig.

Was an dieser Stelle noch anzumerken ist: Es haben mehrere Generations- und Stabwechsel in Rhön-Grabfelder Unternehmen stattgefunden. Wie Anton Bach haben vor ihm in gleicher Funktion als langjährige Betriebsratsvorsitzende Bernhard Omert (Siemens) und Egon Friedl (Preh) große Fußstapfen hinterlassen.