WECHTERSWINKEL

Kammermusik auf höchstem Niveau

Elisabeth Schmeißer (Zerlina) und Christophe Soergel (Don Giovanni) sangen sich in die Herzen der Besucher. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Sie schmeckte vorzüglich, die „Kammermusik a la carte“, die Schüler und Lehrkräfte der Berufsfachschule für Musik (BFM) aus Bad Königshofen den Besuchern ihres Konzertes kredenzten. Das Publikum konnte an diesem Abend im Kloster Wechterswinkel ein ausgezeichnetes Menü genießen, das die ganze Vielfalt des Instrumentariums und der schulischen Ausbildung darbot. Schulleiter Prof. Ernst Oestreicher, der munter plaudernd durchs Programm führte, hatte zu Beginn nicht zu viel versprochen. Dank der mitreißenden Darbietungen wurde es allen Besuchern nach den eisigen Temperaturen draußen drinnen im Konzertsaal rasch warm ums Herz.

Es hat schon eine gewisse Tradition – dieses Konzert im Kreiskulturzentrum, das im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Fördervereins der Berufsfachschule für Musik , „Sostenuto“, und zugunsten von „Sostenuto“ stattfindet. Auch in diesem Jahr konnte sich der Vorsitzende des Fördervereins, Mathias von Brenndorff, über die Spenden der Besucher freuen, die wiederum an diesem Abend angesichts eines bunten und abwechslungsreichen Streifzugs durch musikalische Epochen strahlende Augen bekamen.

Das Programm bot einen eindrucksvollen Kontrast und spiegelte die erfolgreiche Arbeit der Lehrkräfte mit ihren aktuell 68 Schülern wider. Christophe Soergel (Violine), Barbara Stumpf (Blockflöte), Johanna Voß (Fagott), Caspar Ernst (Violoncello) und Maria Kohlenberg (Cembalo) eröffneten den Konzertabend mit der anspruchsvollen und kontrastreichen „Sonata Concertata in stil moderno“ von Dario Costello, bevor ein Flötensextett mit Mathias von Brenndorff (Altflöte) und seinen Schülerinnen Christina Hauck, Ramona Röder, Michelle Zimmer, Janina Hock und Eva Murmann mit zwei Sätzen aus der sehr populären kleinen Suite von Claude Debussy bezauberndes Flötenspiel boten.

Mit Joseph Haydns klassischem „Lerchenquartett“ weckte das Streicherquartett mit Annette Holl, Saskia Fink (Violinen), Christophe Soergel (Viola) und Caspar Ernst (Violoncello) erste Frühlingsgefühle. Den Kontrast dazu bildeten die jungen Saxophonisten Johannes Ballweg, Felix Borkhardt und Maria Maier, die mit dem expressionistischen „Saxophontrio“ von Dietrich Erdmann volle Klangfülle und extreme Überlagerungen präsentierten.

Eine ganz andere Stimmung erzeugten zum Abschluss der ersten „Spielhälfte“ Eva Murmann (Flöte), Julia Baum (Oboe), Annika Dolag (Klarinette), Christoph Unger (Horn) und Johanna Voß (Fagott) in der klassischen Holzbläserquintett-Besetzung mit dem Auszugaus der Suite N.1 op. 57 von Charles Lefebvre.

Nach der Pause ging es „im Galopp“ mit dem gleichnamigen Marsch für Klavier achthändig von Jean Albert Larignac weiter, den Barbara Stumpf, Luisa Steg, Michaela Groh und Lukas Schier witzig und originell sehr zum Vergnügen des Publikums darboten. Der erst 20-jährige Violinist Tristan Steinmetz hatte seine Eigenkomposition „Herbstlaub“ mitgebracht, die er zusammen mit Annette Holl, Marie-Luise Mötzing (Violinen) und Caspar Ernst (Violoncello) unter viel Applaus vorstellte. Nach dem munteren Klarinetten-Trio von Jacques Bouffil, das Annika Dolag, Linda Gilbert und Vincent Rendenbach gekonnt darbrachten, sowie den beiden tollen Zwischenspielen (Jacques Ibert) mit Ramona Röder (Flöte), Annette Holl (Violine) und Sarah Kuhn (Klavier) folgte mit dem Duett „La ci darem la mano“ aus der berühmten Mozart-Oper „Don Giovanni“ ein weiterer Höhepunkt des Konzertabends. Elisabeth Schmeißer als Zerlina und Christophe Soergel als Don Giovanni zeigten dabei – am Klavier begleitet von Maria Kohlenberg – beeindruckende stimmliche Leistungen.

Zum Abschluss sorgten sieben Gitarristen (Björn Hassel, Bruno Weschenfelder, Johannes Eusemann, Yasser Khalfa, Nils Rösner, Sebastian Roth und Alexander Stöhr) mit der „Rumba Flamence“ des „deutschen Gitarrenpapstes“ Prof. Dieter Kreidler für feurig-temperamentvollen Gitarrensound.