BAD NEUSTADT

Auf Tuchfühlung mit Martin Luther

Mit großer Begeisterung nutzten die Schüler des Landkreises das Angebot auf dem Marktplatz in Bad Neustadt, etwas vom Geist der Reformation zu hören und zu erfahren. Foto: Karin Nerche-Wolf

„Herr Luther, wie haben Sie sich gefühlt, als Sie vogelfrei waren?“ Luther schildert dem Schüler, der ihm 500 Jahre später diese Frage auf dem Marktplatz von Bad Neustadt stellt, dass es ihm gar nicht gut mit diesem bedrohlichen Zustand ging, und beantwortet noch viele andere Dinge, für die sich seine jungen Besucher interessieren.

Sie sind aus dem ganzen Landkreis Rhön-Grabfeld mit ihren Klassen zu ihm mitten in die Stadt gekommen, als er dort mit der Roadshow „wort.transport“ des Amtes für Gemeindedienst Station machte, um den Zeitgeist und seine eigene Überzeugung im Jubiläumsjahr des Thesenanschlags zu Wittenberg den Menschen der Gegenwart ins Bewusstsein zu rufen.

Mit großer Begeisterung versuchten sich die Mädchen und Buben als Drucker von Bibelversen, erlebten Luther und seine Frau in szenischer Darstellung und malten mittelalterliche Motive. Am Nachmittag fiel der Andrang an den Trucks mit Bibelausstellung und Raum der Stille weniger stürmisch aus. Überwiegend Mitglieder der evangelischen Gemeinde nutzten die kreativen Angebote, um Reformationsgeist zu spüren und die Herausforderung eines Bibelquiz anzunehmen. Interesse zeigten zudem einige katholische Passanten.

Zu den wechselnden Programmpunkten des Bühnentrucks gehörte auch ein Gespräch von Dekan Matthias Büttner mit Zweiter Bürgermeisterin Rita Rösch, die sich von Luthers Mut, zu seinen Überzeugungen zu stehen, und seinem Durchsetzungsvermögen fasziniert zeigte. Für die Gegenwart wünschte sie sich, dass die Menschen aufeinander schauen im Geist des Luther-Worts „Wer an seinem Nächsten vorübergeht, der geht auch an Gott vorüber“.

Martin Luther und seine Frau im Gespräch mit Zweiter Bürgermeisterin Rita Rösch und Dekan Matthias Büttner. Foto: Karin Nerche-Wolf